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10 Jahre Elektronetz Mittelsachsen: Erfolgsmodell für modernen Nahverkehr

Zehn Jahre nach dem Start des Elektronetzes Mittelsachsen (EMS) ziehen der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) und die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) eine positive Bilanz: Das Angebot hat sich zu einem tragenden Pfeiler des Schienenpersonennahverkehrs in Sachsen entwickelt.

Mehr Verbindungen, moderne Züge und ein konsequent ausgebauter Service haben dazu geführt, dass sich die Fahrgastzahlen seit 2016 nahezu verdoppelt haben. Das Elektronetz verbindet dabei mehrere Verkehrsverbünde – neben dem VMS auch den Verkehrsverbund Oberelbe (VVO), den Verkehrsverbund Vogtland (VVV) sowie den Verkehrsverbund Berlin Brandenburg (VBB).

Über 10,5 Millionen Fahrgäste nutzten im Jahr 2024 die Züge im EMS-Netz – so viele wie nie zuvor. Auch 2025 blieb das hohe Niveau trotz umfangreicher Bauarbeiten im Netz mit rund 9,6 Millionen Fahrgästen bestehen. Für das laufende Jahr 2026 wird erneut mit einem starken Fahrgastaufkommen gerechnet. Damit bestätigt sich das Elektronetz als zuverlässiges und attraktives Mobilitätsangebot für Pendlerinnen und Pendler sowie für Freizeit- und Geschäftsreisende in der Region.

Moderner Start mit Signalwirkung

Mit dem Betriebsstart am 12. Juni 2016 wurde das Elektronetz Mittelsachsen grundlegend neu aufgestellt. Erstmals kam in Ostdeutschland ein kommunales Fahrzeugpool-Modell zum Einsatz – ein bundesweit beachteter Ansatz. Dabei wurden die Fahrzeuge nicht von den Verkehrsunternehmen selbst beschafft, sondern durch den Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) mit Unterstützung des Freistaates Sachsen finanziert und bereitgestellt. Auf dieser Grundlage konnten 29 moderne Elektrotriebzüge vom Typ Alstom Coradia Continental in den Betrieb gehen.

Die MRB übernahm zentrale Strecken wie die Sachsen Franken Magistrale zwischen Dresden und Hof sowie die Verbindung Chemnitz–Elsterwerda und entwickelte das Angebot auf den Linien RE 3, RB 30 und RB 45 kontinuierlich weiter. Durch neue attraktive Tarifangebote wie das „Guten-Tag-Ticket‘, das Tourenticket und das Best-Preis-Ticket konnte die Attraktivität des Netzes auch über Verbundgrenzen hinweg weiter erhöht werden.

Verlässliches Angebot und hohe Qualität

Heute profitieren Fahrgäste von einem weitgehend durchgängigen Stundentakt auf zentralen Strecken sowie abgestimmten Wochenend- und Feiertagskonzepten.

Auch bei der Qualität setzt das Elektronetz Mittelsachsen Maßstäbe im Schienenpersonennahverkehr: Über die vergangenen Jahre hinweg wurde eine durchschnittliche Pünktlichkeit von über 92 Prozent erreicht – und liegt damit auf einem hohen Niveau im bundesweiten Vergleich. Trotz wachsender Herausforderungen durch Baustellen im Netz steht das EMS somit für ein besonders verlässliches und kundenorientiertes Mobilitätsangebot.

Eine serviceorientierte Kundenbetreuung in den Zügen, persönliche Beratung in den Kundencentern in Chemnitz, Zwickau, Glauchau und Döbeln sowie kontinuierlich ausgebaute Echtzeitinformationen tragen zusätzlich zur hohen Qualität des Angebots bei.

Das Elektronetz Mittelsachsen steht für einen modernen, zuverlässigen und kundenorientierten Nahverkehr. Die positive Entwicklung der Fahrgastzahlen zeigt, dass wir gemeinsam mit der MRB die richtigen Impulse gesetzt haben“, sagt VMS-Geschäftsführer Mathias Korda.

Krisen gemeistert, Zukunft gestaltet

Die Corona-Pandemie stellte auch das EMS vor große Herausforderungen. Nach einem deutlichen Rückgang der Fahrgastzahlen gelang es jedoch, das Vertrauen der Fahrgäste zurückzugewinnen und die Nutzung nachhaltig zu steigern.

In den vergangenen Jahren wurden wichtige Zukunftsthemen vorangetrieben: - Einführung und Ausbau digitaler Ticketangebote (z. B. Deutschlandticket) - Modernisierung der Vertriebssysteme - Weiterentwicklung von Echtzeitinformationen

Die Entwicklung der letzten zehn Jahre zeigt, wie stark sich das EMS-Netz etabliert hat. Besonders erfreulich ist das kontinuierliche Wachstum der Nachfrage – ein klares Zeichen für die Attraktivität unseres Angebots“, so Jan Kleinwechter, Geschäftsführer der Mitteldeutschen Regiobahn.

Starker Partner für Region und Großereignisse

Auch bei besonderen Anlässen haben sich MRB und die eingesetzten Elektrozüge als leistungsfähiges Rückgrat der Mobilität bewährt. Bereits 2019 setzte die MRB mit einem Sonderzug zur Unterstützung der Bewerbung von Chemnitz als Kulturhauptstadt Europas ein sichtbares Zeichen für die Verbindung von Mobilität und regionaler Entwicklung.

Im Kulturhauptstadtjahr Chemnitz 2025 selbst trug das Netz maßgeblich zur erfolgreichen Bewältigung zusätzlicher Verkehrsbedarfe bei. Sonderverkehre, hohe Kapazitäten und internationale Verbindungen – etwa durch den Nachtzugverkehr Snälltåget – stärkten die Region zusätzlich.

Darüber hinaus unterstreichen zahlreiche Sonderaktionen und Kooperationen die enge Verankerung des Elektronetzes in der Region. Beispiele sind der „Silbermann Soundtrain“ (2023), bei dem Orgelklang und Regiobahn zu einem besonderen Kulturerlebnis verbunden wurden, sowie der Sonderzug „Demokratie erfahren“ (2024) auf der Strecke Plauen–Leipzig, der gesellschaftspolitische Bildung und Mobilität miteinander verknüpfte.

Menschen machen Mobilität

Hinter dem Erfolg stehen engagierte Mitarbeitende: Heute beschäftigt die MRB an ihren Standorten in Chemnitz und Leipzig über 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auszeichnungen wie der Titel „Eisenbahnerin mit Herz“ für eine MRB-Mitarbeiterin im Jahr 2026 unterstreichen die hohe Servicequalität.

Blick nach vorn

Zum zehnjährigen Jubiläum richten VMS und MRB den Blick in die Zukunft. Ziel bleibt es, das Angebot weiter zu verbessern, die Digitalisierung voranzutreiben und den Schienenpersonennahverkehr als klimafreundliche Alternative zu stärken – trotz wachsender Herausforderungen, unter anderem durch Baustellen infolge der notwendigen Modernisierung der Schieneninfrastruktur sowie durch die angespannte Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs.

Das Jubiläum wird am 12. Juni 2026 mit einem kleinen Fest im Chemnitzer Hauptbahnhof und mit Überraschungen für die Fahrgäste in den Zügen gefeiert.

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