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  • RB 110: Zugausfälle zwischen Grimma ob Bf und Leipzig Hbf Mehr Infos ⚠️ Hinweis: MRB nicht vom Verdi‑Streik am Montag betroffen – alle Züge verkehren regulär nach Fahrplan.
Aktuelle Meldungen

Erster Batteriezug in Sachsen geht in den planmäßigen Fahrgastbetrieb

Die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) startet heute mit dem ersten batterieelektrischen Zug in den regulären Fahrgastbetrieb auf der Linie RE 6 Chemnitz – Leipzig. Damit beginnt in Sachsen der Einsatz moderner Akkutechnologie im getakteten Schienenpersonennahverkehr.

Schrittweiser Start in den batterieelektrischen Betrieb

Mit der Betriebsaufnahme am heutigen Tag erfolgt nun der Startschuss für die schrittweise Umstellung auf die neuen Batteriezüge. Ein Umlauf des RE 6 wird elektrisch gefahren – jede vierte Fahrt ist damit ab sofort eine batterieelektrische Fahrt. Die verbleibenden Zugfahrten folgen sukzessive, abhängig von der fortlaufenden Auslieferung durch den Hersteller Alstom und dem Fahrzeugeigentümer VMS GmbH, bis die vollständige Flotte im Einsatz ist.

In den vergangenen Monaten liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren: Die Triebfahrzeugführer der MRB wurden umfassend geschult, zahlreiche Testfahrten durchgeführt und die Alstom‑Werkstatt für das neue Fahrzeug qualifiziert. Gleichzeitig machten sich die Kundenbetreuer mit ihrem neuen Arbeitsplatz vertraut.

Der neue Akkuzug Coradia Continental BEMU

BEMU steht für Battery Electric Multiple Unit (deutsch: Batterie-Elektrotriebwagen). Die Akkumulatoren mit 840 kWh Bruttokapazität werden während der Zugwende an den Endbahnhöfen Chemnitz und Leipzig über die Oberleitung in knapp einer Stunde nachgeladen.

Die Technologie ermöglicht den lokal emissionsfreien elektrischen Betrieb auch auf nicht elektrifizierten Streckenabschnitten und kommt erstmals im planmäßigen Fahrgastbetrieb in Sachsen zum Einsatz. Gegenüber einer Fahrt mit den aktuellen Doppelstockzügen mit Diesellokomotiven wird der CO2-Verbrauch um 2/3 reduziert. Neben der hohen Effizienz elektrischer Antriebe sorgt hierfür auch die Rückspeisung von Energie in die Batterien beim Bremsen (Rekuperation).

Die Reichweite beträgt bis zu 120 Kilometer pro Ladung. Die Fahrzeuge verkehren in der Regel mit zwei Einheiten mit insgesamt 300 Sitzplätzen, davon 18 in der 1. Klasse. Zur Ausstattung gehören Rollstuhl- und Fahrradstellplätze, ein behindertengerechtes WC sowie Steckdosen und Tische. Für Fahrgäste unterscheiden sich die Akku-Fahrzeuge optisch nur durch die Akkus auf dem Dach von den bereits seit vielen Jahren zuverlässig auf der Sachsen-Franken-Magistrale zwischen Dresden, Chemnitz, Plauen und Hof verkehrenden Coradia‑Continental‑Zügen (RE 3, RB 30, RB 45).

Finanzierung und Fahrzeugbereitstellung

Die insgesamt elf Fahrzeuge wurden von der VMS GmbH und dem ZVNL finanziert. Die Vermietung erfolgt an die Mitteldeutsche Regiobahn – Transdev Regio Ost GmbH, die den Betrieb der Linie RE 6 verantwortet. Die Instandhaltung der Fahrzeuge erfolgt durch die Firma Alstom in der Werkstatt Chemnitz.

Eine verkehrlich bedeutende Strecke für die Region

Die Verbindung Chemnitz – Leipzig ist die wichtigste überregionale Bahnstrecke für Chemnitz. Große Abschnitte sind bislang eingleisig, Kreuzungsmöglichkeiten fehlen und eine Elektrifizierung steht noch aus. Die notwendigen Infrastrukturplanungen laufen.

Die hohe Nachfrage zeigt die Relevanz der Linie: Im Jahr 2025 nutzten über zwei Millionen Fahrgäste die RE 6.

„Mit der heutigen Inbetriebnahme setzen wir gemeinsam einen wichtigen Meilenstein für den regionalen Bahnverkehr. Die neuen Akku-Züge erhöhen den Fahrgastkomfort, verbessern nachhaltig die Umweltbilanz und stärken eine der wichtigsten regionalen Verbindungen in Mitteldeutschland. Der heutige Start ist das Ergebnis einer engen und verlässlichen Zusammenarbeit zwischen VMS und der Mitteldeutschen Regiobahn.“

Jan Kleinwechter, Geschäftsführer der Mitteldeutschen Regiobahn

Batteriezüge als Teil der E‑Mobility‑Initiative von Transdev

Die Inbetriebnahme der batterieelektrischen Züge auf der Linie RE 6 fügt sich in eine umfassende E‑Mobility‑Strategie von Transdev in der Region ein. Seit dem 1. Januar 2026 betreibt die Transdev‑Tochter Regionalverkehr Westsachsen GmbH (RVW) im Auftrag des Landkreises Zwickau das vollständige Regionalbusnetz. Rund 70 Prozent der jährlich gefahrenen 4,1 Millionen Buskilometer werden künftig mit Elektrofahrzeugen erbracht. Parallel wird das Netz ausgebaut und das Angebot weiter verbessert.

Damit zählt der Landkreis Zwickau zu den ersten Regionen in Deutschland, die im öffentlichen Verkehr eine so hohe Quote elektrisch betriebener Busse erreichen.

„Die Einführung der Akku-Züge auf dem RE 6 und der parallele Ausbau der Elektromobilität im Regionalbusverkehr zeigen: Wir treiben die Verkehrswende im Schulterschluss mit unseren Partnern konsequent voran. Mit den neuen Batteriezügen und einer der bundesweit höchsten E‑Bus‑Quoten setzen wir ein starkes Zeichen für nachhaltige Mobilität in der Region und für ganz Sachsen.“

Roman Bartels, Regionalleiter Ost Transdev GmbH & Vorsitzender der Geschäftsführung der Mitteldeutschen Regiobahn

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